Ich mag es sehr, Sirup zu kochen, weil es super einfach ist und man aus fast allem einen leckeren Sirup machen kann. Bisher hatte ich immer nur Holunderblütensirup gemacht, nachdem wir dieses Jahr aber so viele schöne Sachen im Garten haben, gibt es nun etwas Abwechslung im Wasserglas. Sorgfältig eingekochter Sirup hält sich mindestens ein Jahr, wenn er kühl und dunkel gelagert wird, das gilt für alle folgenden Rezepte. Und alle Rezepte können natürlich vervielfacht werden.

Rhabarbersirup

Rhabarbersirup ist fantastisch im Sommer, weil er gleichzeitig süß und erfrischend ist. Für 750 ml bis einen Liter Sirup braucht man:

  • 2 kg Rhabarber
  • 500 g Rohrohrzucker
  • Saft von einer Zitrone

Rhabarber ernten zum Sirup machen

Rhabarber ernten zum Sirup machen

Der Rhabarber muss für den Sirup nicht geschält werden – einfach waschen und in Stücke schneiden. In einen großen Topf mit zwei Liter Wasser geben und aufkochen, anschließend ungefähr eine halbe Stunde köcheln lassen. Es ist deshalb wichtig, dass der Topf groß bzw. hoch ist, weil das Ganze beim Kochen ganz schön aufschäumt und schnell überkocht. Deshalb am besten auch nicht allzu weit weg gehen, während es auf dem Herd steht. Beim Kochen zerfällt der Rhabarber und wird faserig. Das Ganze nun durch ein Tuch seihen, den Saft auffangen und die Rhabarbermasse auspressen. Den Saft jetzt mit dem Zucker und dem Zitronensaft wieder in den Topf geben und offen noch einmal ungefähr 30 Minuten einkochen lassen. Anschließend in ausgekochte Flaschen füllen. Wenn eine Flasche angebrochen ist, sollte sie innerhalb von ein paar Tagen ausgetrunken werden und im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Holunderblütensirup

Holunderblütensirup schmeckt nach Sommer und ich benutze ihn nicht nur für Getränke sondern auch zum Backen. Mit Holunderblütensirup kann man wunderbar die Biskuitböden von Torten beträufeln. Mit Holunderblüten ist es für mich ein bisschen wie mit Spargel – beides gibt es nur für kurze Zeit, weshalb ich mich jedes Jahr darauf freue und es so kostbar finde. Holunderblüten sammelt man am besten an trockenen, sonnigen Tagen um die Mittagszeit, wenn der Morgentau getrocknet ist. Um so viel Blütenstaub wie möglich zu erhalten (auch der ergibt später das Aroma) schneide ich sie immer vom Busch. Aus dem gleichen Grund ist es gut Dolden zu sammeln, die vollständig aufgeblüht sind. Der starke Duft ist ein gutes Zeichen, dass sie perfekt sind für Sirup. Für ungefähr anderthalb Liter Sirup benötigt man:

  • 12-15 große Holunderblütendolden
  • 700 g Rohrohrzucker
  • 3 Zitronen

Die Holunderblüten sollten vor der Verwendung nicht gewaschen werden, da sonst der Blütenstaub verloren geht. Wenn die Blüten an einem “unbelasteten” Ort (nicht an der Landstraße oder ähnliches) gesammelt wurden, reicht es, sie auszuschütteln und von Ungeziefer zu befreien. Die Dolden dann in einem Liter Wasser und einer in Scheiben geschnittenen Zitrone 24 Stunden ziehen lassen. Anschließend die Flüssigkeit durch ein Tuch abseihen, die Blütendolden und Zitronenscheiben ausdrücken. Die Flüssigkeit mit dem Zucker aufkochen und so lange köcheln lassen, bis die Konsistenz ein bisschen dicker wird. Zum Schluss den Saft von einer oder zwei (je nach Geschmack) Zitronen zugeben. In ausgekochte Flaschen füllen und kühl und dunkel lagern.

Minzsirup

Über Minzsirup habe ich nie nachgedacht, bis eine sehr liebe Freundin mit ihrem Mann aus dem Frankreichurlaub zurückkam und davon erzählte, dass sie das dort getrunken hätten. Minzsirup schmeckt ein bisschen wie erfrischender gesüßter Pfefferminztee. Für ungefähr drei Liter Sirup habe ich verwendet:

  • 150 g Minze mit Stengeln
  • 900 g Zucker

Die Minze waschen und mit drei Litern Wasser aufkochen und fünf Minuten zugedeckt köcheln lassen. Vom Herd nehmen und paar Stunden ziehen lassen. Anschließend durch ein Tuch seihen und erneut aufkochen, ungefähr 30 Minuten kochen lassen, damit der Sirup etwas eindickt. In ausgekochte Flaschen füllen.

Holunderbeersirup

Wenn man beim Holunderblütenpflücken daran gedacht hat, ein paar Dolden übrig zu lassen, hat man im Spätsommer und Herbst Holunderbeeren, aus denen man auch einen leckeren Sirup machen kann. Holunderbeeren schmecken eher herb und erdig, als Saft mag ich sie deshalb nicht. Aber als Sirup sind sie fein! Holunderbeeren färben allerdings wie verrückt, deshalb sollte man vor der Sirupproduktion daran denken, Einmalhandschuhe zu besorgen und – wenn vorhanden – empfindliche Flächen abzudecken.

Wenn die Holunderbeeren geerntet sind, muss zunächst Saft daraus werden, bevor Sirup daraus werden kann. Das kann man mit einem Entsafter machen. Ich habe keinen, deshalb habe ich die Holunderbeeren mit ein wenig Wasser (ungefähr 400 ml auf 1 kg Holunderbeeren) aufgekocht und anschließend durch ein Tuch abgeseiht. Für ungefähr 0,75 l Sirup braucht man dann:

  • 1 Liter Holunderbeersaft
  • 350 g Rohrohrzucker
  • 1 Zimtstange

Den Saft mit dem Zucker verrühren, die Zimtstange dazu geben und das Ganze aufkochen. Etwa 15 Minuten kochen lassen (oder so lange, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist). In ausgekochte Flaschen füllen und kühl und dunkel lagern.

Der Rohrohrzucker in den Rezepten kann ersetzt werden durch ganz normalen Kristallzucker – ich mag Rohrohrzucker lieber, weil er karamelliger schmeckt und weniger behandelt ist. Die Sirupe können außerdem erweitert werden zu einer Likörvariante, indem sie nach Geschmack mit hochprozentigem Alkohol (z. B. Wodka oder Korn, wichtig ist, dass er wenig Eigengeschmack hat) aufgefüllt werden.